Sonntag, 09. November 2008

Final Fantasy: The Spirits Within

Final Fantasy Die Erde im Jahre 2065, fast der gesamte Planet wurde von einer Phantom-ähnlichen Alienspezies überrannt, die das Leben aus so ziemlich allem, was sich bewegt, raus saugen. Die Menschheit hat zwar einen Gegenangriff gestartet, die einzelnen Fraktionen sind sich in der Vorgehensweise aber nicht einig. Die Fraktion um den militaristischen General Hein will eine gigantische Kanone abfeuern, die die Kreaturen ausradiert, die Gruppe um Dr. Sid und Dr. Aki Ross hegen jedoch Zweifel, ob damit nicht auch Gaia, die Quelle des Lebens, wo alles Verendete zusammen kommt, mit zerstört wird. Das Rennen darum, ob man mit purer Gewalt oder auch friedlichen Methoden den Aliens bei kommen kann, hat begonnen.

Final Fantasy hat seinen Namen von der erfolgreichen Videogame-Serie, auch wenn der Film nicht direkt darauf basiert. Interessanterweise basieren auch die Videogames nicht aufeinander, daher muss man sich doch fragen, warum man den Film, der eine eigenständige Handlung hat, mit einer Videospiel-Serie in Verbindung bringen will, die nur eine begrenzte Anziehungskraft hat – beliebt unter Gamern, darüber hinaus aber wenig beachtet. Dennoch, die Stimmung der Videogames wird eingefangen, die sich auch wie lange Minifilme gespielt haben.

Bei Veröffentlichung wurde natürlich über die photorealistischen 3D-Animationen gestaunt, die außerordentlich gut gemacht waren und auch heute noch überzeugen können. Und obwohl der Film eine finanzieller Flop war, so hat er doch zumindest gezeigt, dass man keine Schauspieler braucht, um realistische Charaktere zu haben. Die Möglichkeiten sind offensichtlich, so können beispielsweise Filmserien ständig fortgesetzt werden, selbst wenn die Schauspieler altern oder keine Lust mehr haben, das Projekt fortzuführen. Die Modelle, die Sets, sie müssen nur ein einziges Mal ausgearbeitet werden und können fortan ständig recycled werden – man müsste sie höchstens nochmal anpacken, wenn die technischen Möglichkeiten eine noch realistischere Darstellung erlauben würde.

Möchte man kleinlich sein, so ist Final Fantasy zwar technisch kein Anime, der Film aber – wie auch die Videogames – seine Wurzeln im japanischen Animations- und Designstil hat. Selbst der ganze Film ist klar östlich angehaucht, auch wenn die Action und die Charaktere genauso gut aus einer Hollywood-Produktion kommen könnten. Und dennoch ist der Film nicht voll gepackt mit Action oder Chancen für gigantische Explosionen, stattdessen findet man sich in einem Setting voller Poesie und Schönheit wieder, wie man es in japanischen Produktionen häufig vorfindet. Das erklärt allerdings auch, warum der Film es so schwer hat, seine Zielgruppe zu finden: Eine Mixtur aus verschiedenen Stilen, keiner davon aber stark genug, als dass man den Film darauf festnageln könnte.

Final Fantasy: The Spirits Within ist auf den meisten Ebenen eigentlich okay, sei es dass man sich an den sehr guten Animationen erfreut, dem intelligenten Science-Fiction, der schön ausgearbeiteten Fantasie oder aber der abgebrühten Action. Das vielleicht einzige, was dem Film fehlt, ist ironischerweise ein Hauch Menschlichkeit, man hat ständig ein Gefühl der Distanz zu der Welt, die so schön und anders wirkt als das, was wir kennen – und das, obwohl es eine Erde der Zukunft repräsentieren soll. Außerdem ist die Story ein düsterer Mix aus Action und philosophischer Science-Fiction und damit nicht wirklich reizvoll für den Großteil der Kinogänger (Non-Geeks, wenn man so will). Final Fantasy ist eher für diejenigen gedacht, die mit einem intelligenten Plot im Anime-Stil, gemixt mit ganz wunderbarer Computergrafik, etwas anfangen können.

In ferner Zukunft mag vielleicht der Punkt kommen, an dem Computergrafik komplett wichtiger ist als Celebrities im Film, aber solange die Kosten dafür noch so hoch sind – Final Fantasy hat geschätzte 130 Millionen $ gekostet und nur einen Bruchteil davon wieder eingespielt – und man Stars als Aushängeschild braucht, um Zuschauer anzuziehen, solange wird es den “klassischen” Kinofilm auch weiterhin geben.

1 Kommentar

  1. Peter Noster

    Ich habe es bisher bei drei Anläufen nicht geschaftt, FF bis zum Ende zu schauen, zu wenig konnte ich in CGI Charaktere investieren. Beim Erscheinen war der Staun Effekt auch bei mir gross, als ich ihn auf DVD sah, fand ich das ständige Mängel entdecken in den Figuren, das sog. “Uncanny Valley” sehr ablenkend und mitunter sogar anstrengend. So weiß ich bis heute nicht, wie er ausgeht.

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