Sonntag, 06. April 2008

post:publica

Und dann war es vorbei, einfach so, ohne große Vorankündigung, und vor allem viel zu schnell. Zwei Tage ist das jetzt her.

Und jetzt sitze ich hier und versuche zum fünften Mal, eine ordentliche Einleitung auf die Reihe zu kriegen, damit das ganze nicht so dilletantisch klingt, damit meine Meinung zu den Panels auch ordentlich niedergeschrieben ist, aber es will mir nicht gelingen. Egal. Macht man also den Fehler (schönen Gruß an die Hetz- und Motzblogger da draußen) und misst eine ganze Konferenz an zwei, drei Panels, dann wirkt das einerseits unheimlich oberflächlich und andererseits ist es schlicht nicht wahr. Klar, Geld mit Blogs und die Qualitätsdebatte, das sind Themen, die mussten einfach diskutiert werden, und zumindest für mich waren es auch die Panels, die am vorhersehbarsten und langweiligsten waren, gab es doch nichts Neues, und man übte sich größtenteils in Selbstreferentialität. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie man es besser machen kann, gibt es doch kein Allheilmittel, aber der Status Quo dürften den allermeisten bekannt sein, den muss man nicht nochmal groß ausbreiten. Man geht halt trotzdem hin, um Sascha Lobo mal in Aktion zu sehen, zu erfahren, dass Robert Basic redet wie er bloggt (oder bloggt wie redet? Egal!) und so weiter, aber interessant? Es hielt sich in Grenzen.
Daneben gab es aber all die kleineren Panels und Workshops, mit ihren Themen abseits vom, na ich nenns mal Mainstream, mit einem Publikum, dass sich auch sonst damit beschäftigt, und gerade die waren dann für mich auch die Schönsten, kam doch fast immer eine gute Diskussion mit ordentlich Wissen dahinter auf. Leider, und das wäre auch mein größter Kritikpunkt, musste besagte Diskussion zu oft einfach abgebrochen werden, da schon das nächste Panel anstand. Ist vermutlich kaum machbar, aber für die nächste Konferenz würde ich mir gerne 15 Minuten oder so zwischen den einzelnen Vorträgen wünschen, einerseits zur Selbstreflektion, andererseits um noch die Möglichkeit einer weiteren Diskussion bieten zu können. Am Ende eines Tages schwirrten so dermaßen viele Infos aus so vielen Bereichen in meiner Birne rum, dass ich kaum in der Lage war, die mal gescheit verarbeiten zu können.

Und jetzt sitze ich an einer Überleitung, und wieder will es mir nicht gelingen. Eine Überleitung, um all die Menschen, die ich dort wiedersehen und kennenlernen durfte, gebührend zu beschreiben, haben sie es doch nicht anders verdient. Man fragt sich im Vorfeld ja doch, wie denn der ein oder andere so drauf ist, ob das alles hinhaut, und dann kommt die pre:publica, und all das ist vergessen. Menschen, wie sie teilweise unterschiedlicher nicht sein könnten, und trotzdem versteht man sich auf Anhieb, quatscht über Gott und die Welt, besucht zusammen ein wirklich phantastisches Konzert und hat einfach nur Spaß (und das muss jetzt raus: die zwei hier sind zusammen aber mal sowas von putzig!) Ich sag dann mal leise Danke an alle, die mir vier wunderbare Tage beschert haben, die viel zu schnell vorbei gegangen sind, und die sich hoffentlich im nächsten Jahr wiederholen werden. Und wo ist eigentlich Patsy Jones?

Mein abschließender Gedanke, der mir aber schon die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt: Ist es nicht irgendwo ironisch, dass gerade die, die Geld im Internet so sehr verdammen, grundsätzlich alles damit in Verbindung bringen wollen?

2 Kommentare

  1. Patsy Jones

    Um deine Frage zu beantworten: Ich bin hier :) Ich war immer hier.

    Und ich freue mich schon jetzt auf die republica 2009, wenn ich a) alle drei Tage anwesend und schon einen Tag früher anreisen werde und ich b) mich einfach mal irgendwo einklinke und die Menschen dahinter kennen lerne und, ganz wichtig immer noch, c) auch zwischendurch irgendwie so´n bisschen besoffen und daher witzig sein werde. Dass ich nur Mittwoch da war lag gar nicht dran, dass es mir da nicht gefiel, im Gegenteil :(

    Aber ist schön, dass jemand mich vermisst hat HA HA

  2. Philippp

    Ey! Erst Titelidee klauen und dann auch noch “putzig”? Muss ich mich die Tage wohl doch verschätzt haben, dass ich Dich für so sehr sympathisch hielt. (verstecktes Kompliment)

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