2007 in Alben

Ich würd ja auch gerne damit angeben, was für Songs ich 2007 am meisten gehört habe, wie es hier und da schon gemacht wurde. Kann ich aber nicht. iTunes mag ich nicht, bleibt also mein Last.fm-Profil, dass aber ziemlich verfälscht ist. Wenn man den Computer auch als Wecker benutzt, und den auch mal überhört, dann läuft ein Tom Waits auch mal in Dauerrotation. Bringt also nix. Stattdessen also in loser Reihenfolge eine Auflistung der Alben, die mir 2007 am meisten Spaß gemacht haben.

Nine Inch Nails - Year Zero
Zugegeben, was Trent Reznor anpackt, geht nur selten schief. War With Teeth jedoch noch etwas konzeptlos, wird einem mit Year Zero direkt ein ganzes Zukunftsszenario mitgegeben: Krieg, Zerstörung, Chaos, Korruption, und mittendrin die falschen Denker und Lenker. Es ist vermutlich auch dem ganzen Bohei drumrum zu verdanken, dass dem Album so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, aber es damit abzutun wäre irgendwo falsch, ist es doch, wie einst The Downward Spiral ein durch und durch gelungenes Gesamtpaket (die Betonung liegt auf Gesamt).

Machine Head - The Blackening
Ich will noch nicht mal sagen, dass es das beste Album von Machine Head ist, ehrlich gesagt kann ich mit Songs jenseits der 6 Minuten-Marke eher selten anfreunden, aber eins muss man den Herren um Robb Flynn lassen: Sie haben dem Thrash-Metal-Genre eine neue Kreativität eingehaucht, die man wohl nicht für möglich gehalten hat. War Through The Ashes of Empire ja schon ein Killeralbum, der die Band zu recht wieder aus der Versenkung geholt hat, wird es durch The Blackening ja nochmal ordentlichst überholt. Und Machine Head gehören für mich immer noch zu den besten Live Bands überhaupt - man merkt einfach, dass es ihnen genauso viel Spaß macht wie all den Fans. Und dann passts einfach.

Saul Williams - The Inevitable Rise and Liberation of Niggy Tardust!
Über Trent Renznor darauf gestoßen und hat sofort Klick! gemacht. Ich kenne leider keine anderen Alben von ihm, deswegen kann ich nur vermuten, dass der Einfluss des NIN-Frontmanns ziemlich reingespielt hat. Und trotzdem, ein dermaßen abwechslungsreiches Album mit dem definitiv besten Cover des Jahres ist mir schon lange nicht mehr unter gekommen. Hier gibts das Cover von U2's "Sunday Bloody Sunday" zum Download.

Pain - Psalms of Extinction
Das Sideproject von Peter Tägtgren hat mir ja schon seit der ersten Scheibe gefallen, auch weil jedes Album doch irgendwie anders klingt. Psalms of Extinction wirkt im Vergleich aber origineller, die Synthis wurden zurückgefahren, originellere Drumloops, neue Effekte, abwechslungsreichere Songstrukturen sind dazu gekommen, beim Anhören konnte ich jedenfalls nur selten still sitzen. Das Björk-Cover von "Play Dead" mit den Orchesterparts sticht übrigens bei weitem heraus, fügt sich aber trotzdem sehr gut ein.

Chrome Division - Doomsday Rock'n'Roll
Ja, gut, ist nicht von 2007, stimmt, habe ich aber erst dieses Jahr entdeckt und lieben gelernt. Music to drive your car to sozusagen. Ist schon klar, dass man sich kräftig bei Motörhead & Co. bedient hat, wo diese aber seit Jahren in einer gewissen Starre verbleiben und von ihren alten Hits leben, gibts bei Chrome Division frischen bzw. dreckigsten Hardrock, bei dem man sich eigentlich nur noch wünscht, dass in der Garage ein Ford Mustang auf einen wartet. Tut er aber nicht. Schade.
Ist übrigens ein Nebenprojekt vom Dimmu Borgir Sänger. Er sollte dabei bleiben...

Ministry - The Last Sucker
Keine große Ankündigung, kein großes Tamtam, lediglich ein kleines Video hats verraten: Dieses Album noch, dann ists vorbei mit Ministry. Macht es nur glaubhafter, und das ist wirklich schade, gerade weil The Last Sucker so ein verdammt gutes Album geworden ist. Hatte ich mich an Rio Grande Blood ziemlich schnell satt gehört läuft The Last Sucker nach wie vor auf Dauerrotation im Auto und fällt für mich ebenfalls in die Kategorie "Music to drive your car to". Thematisch geht es wieder um die USA, sprachlich nimmt Al Jorgensen wieder kein Blatt vor den Mund, musikalisch gibt es bis auf den fulminanten Zweiteiler am Ende wieder keine Kompromisse. Persönliches Highlight ist das Doors-Cover (ich habs dieses Jahr anscheinend mit Covern...) von "Roadhouse Blues".

Mangels Material hier ein Video von "Houses of the Mole"

 
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Diskussion: 7 Kommentare

  1. Mark (Website)

    Schönes Video, seit langem solchen sah nicht. Danke.

    29. Dezember 2007 um 21:20 Uhr - AntwortenReply to this comment
  2. René (Website)

    Du Metalhead. ;-)

    29. Dezember 2007 um 22:00 Uhr - AntwortenReply to this comment
  3. Jeriko (Website)

    Sieh’s als Kontrast zu all den RadioheadArticMonkeysArcadeFireAmyWinehouseUsw-Listen ;-)

    29. Dezember 2007 um 23:17 Uhr - AntwortenReply to this comment
  4. Markus (Website)

    Kontrast ist wichtig! :-) Zieh ich mit!

    30. Dezember 2007 um 00:14 Uhr - AntwortenReply to this comment
  5. dopey

    endlich mal ein metalhead und keine mainstream”indie”liste.
    daumen hoch!
    aber warum sind die videos schon jetzt nicht mehr verfügbar?

    30. Dezember 2007 um 12:44 Uhr - AntwortenReply to this comment
  6. Oliver (Website)

    Bei mir steht, dass alle Kommentare am 12. Dezember verfasst wurden. Wissen Deine Leser vorher was Du schreibst?

    Oder ist es ein bug? :)

    31. Dezember 2007 um 12:02 Uhr - AntwortenReply to this comment
  7. Jeriko (Website)

    Selbstverständlich, meine Leser sind die Besten, da mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet! Eigentlich muss ich überhaupt nichts mehr schreiben, sie wissen ja eh schon alles im vorraus.

    Danke für den Hinweis, hatte mich da in der Tat ein bisschen vertan :-)

    31. Dezember 2007 um 12:25 Uhr - AntwortenReply to this comment

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