Und vielleicht mache ich das auch noch, aber jetzt gerade bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Ich mein, waren das zwei Wochen, oder waren das zwei Wochen!? Erst kommen Radiohead und überlassen es dem Fan, wieviel er für den digitalen Download ausgeben möchte, also, wenn gewünscht, auch kostenlos. Das Experiment scheint geglückt zu sein, laut Gigwise haben die Jungs bereits 1,2 Millionen (nochmal: 1,2 Millionen!) Alben verkauft. Selbst wenn jeder nur 10 Cent bezahlt hätte, wären das immer noch 120.000$, die direkt an Radiohead gehen.
Dann springen Oasis und Jamiroquai auch auf diesen Zug auf und kündigen an, ihre nächsten Alben ebenfalls als Download mit freier Wahl des Kaufpreises anzubieten. Wie's mit Jamiroquai heute aussieht weiss ich nicht, aber Oasis sind sicher keine kleinen Jungs!
Anfang dieser Woche dann verkündet Trent Reznor, sein Deal mit Interscope ist vorbei. Das letzte Album Y34RZ3R0R3MIX3D kommt am 20. November, danach ist er ein freier Mann. Und jetzt auch noch Madonna, die einen Deal mit einem Konzertpromoter in Los Angeles über drei Alben, Touren, Merchandise etc. abschliessen will. Ist zwar nicht das gleiche, zeigt aber, dass man heutzutage die Majors nicht mehr braucht, um seine Musik an den Hörer zu kriegen.
Pop star Madonna is close to leaving her long-time Warner Bros. Records label for a wide-ranging $US120 million (A$134 million) deal with concert promotion firm Live Nation [...] Madonna would receive a mix of cash and stock in exchange for allowing Live Nation to distribute three studio albums, promote concert tours, sell merchandise and license her name.
Sidney Morning Herald
Und ich wollte ja sowas anbringen wie, dass das meiste Geld doch über die Massen gemacht werden, so dass einzelne Künstler zur Not auch unter den Tisch fallen können. Dass es Musiker wie 50 Cent und Kanye West gibt, die sich einen Wettstreit liefern, wer mehr Alben verkaufen kann, und natürlich rennen die Fans dann auch direkt los, sicher zum Gefallen der Labels. Dass es Marionetten wie Britney Spears gibt, die zwar heute zugegebenermaßen keiner mehr hören mag, die aber mal sehr erfolgreich, aber am Ende doch nur ein von vorn bis hinten perfekt designtes Produkt war. Singen und tanzen musste sie, der Rest wurde für sie übernommen. Dass es Musiker wie Metallica gibt, die auch mal eine komplette Tauschbörse verklagen, weil dort Songs von ihnen gefunden werden. Dass die Labels auch andere, mitunter zweifelhafte Möglichkeiten haben, an Geld zu kommen. Und so weiter und so weiter.
Aber das Ding mit Madonna... also ich sags mal so, die Zeichen sind gesetzt, und sie zeigen unmissverständlich in eine Richtung. Aber bis diese von den Labels auch eingeschlagen wird, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Leider.