Freitag, 21. September 2007

10 songs of my life | #5 Iggy Pop – The Passenger

Jetzt müsste man den Titel der Serie eigentlich umbenennen, den mit dem Song verbinde ich, im Gegensatz zu den vorangegangenen, kein besonderes Ereignis. Korrekterweise sollte es hier wohl “10 songs for my life” heißen, also Musik, die mich gewissermaßen ausdrückt, ein bisschen reflektiert, mit der ich mich identifizieren kann. So ein Song ist

Iggy Pop – The Passenger

Es ist schwer zu beschreiben, aber ich sehe mich selber ein bisschen als rastloser Mensch, Stillstand ist so mit das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Ich möchte eigentlich jeden Tag aufs neue überrascht werden, egal wie. Ich stelle mir vor, wie es wäre, mich jetzt in irgendeinen Zug zu setzen, einfach loszufahren und zu sehen, wohin es mich trägt. Ich schaue Flugzeugen nach, überlege, wo sie hinfliegen könnten, und wie es wäre, jetzt da drin zu sitzen.

Es hat vielleicht auch ein bisschen was gesellschaftliches an sich. Das Leben muss auf Jahre hinaus geplant werden, sonst bleibt man auf der Strecke. Man unterwirft sich irgendwelchen Zwängen, und fragt sich, ob es wirklich das ist, was man will. Geld. Wenn ich auf die Straße gehe, dann kommt es mir so vor, als wäre jeder nur noch mit sich und seinen Sorgen beschäftigt. Der Tagesschau-Sprecher begrüßt die Menschen mit Guten Tag und braucht dann 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Tag wäre. Kann sein, dass ich jetzt auch ein bisschen rumspinne, aber ich möchte mich einfach nicht so drastisch festlegen müssen, ich möchte das Leben genießen, anstatt mir ständig um alles Sorgen machen zu müssen. “The Passenger” drückt für mich genau das aus, dieses Gefühl von Freiheit, (aus einem mir unerfindlichen Grund trifft da auch auf H-Blockx’ “Time Of My Life” zu), einfach zu tun und zu lassen, was man will, etwas, was ich im Moment schmerzlich vermisse, weil mir die Möglichkeiten nicht gegeben sind. Etwas, wogegen ich etwas tun muss. Und tun werde.

Und dann ist es egal, wie schlecht es mir gerade geht, sobald die ersten Töne von Iggy’s “The Passenger” erklingen kriege ich automatisch ein Lächeln auf meinem Gesicht. Die Arbeit wird zur Seite gelegt, ich schaue ein bisschen aus dem Fenster, und für 4 Minuten und 40 Sekunden fühle ich mich einfach frei.

Reisendes YouTube

Die anderen Songs: #1, #2, #3, #4

1 Kommentar

  1. hannes

    Schicker Text, noch schickeres Lied – bei mir immer ein Garant für Gänsehaut und 4Minuten lang alles vergessen.

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