„Du bist ja sowas von untrue!“ Wenn man wie ich eher der Spaßfraktion der Metalfans angehört, kriegt man unweigerlich mindestens einmal in der Woche im Leben diesen Satz an den Kopf geknallt. Aha. Untrue. Was bitte ist denn dann true? Es wird Zeit, dass ich mich auf die Suche begebe, mangels Zeit via durchforsten meiner Erinnerungen.
Essen, das Turock. Wurde uns von einem Kumpel empfohlen, soll ganz gut abgehen, kein New-Metal-Gedöns – zu der Zeit war Limp Bizkit noch angesagt... - und man muss ja offen für alles sein. Also spontan und mit bester Laune dort hingefahren. Dumm nur, dass gerade an dem Abend Gothic-Abend war. Wo waren denn all die Leute? Niemand an der Bar, die Tanzfläche, in rotes Licht eingehüllt, ebenfalls wie ausgestorben... ah, verstehe. Der gemeine Goth versteckt sich im Schatten und zieht es vor, eine grimmige Miene zu ziehen und über den Untergang der Gesellschaft und des Lebens an sich zu philosophieren. Wenn der DJ dann doch mal einen angesagten Song auflegte, dann war dieser nicht besonders gut, sondern besooonders schlecht. Whatever, davon lassen wir uns doch nicht die gute Laune vermiesen! Ein bisschen auf der Tanzfläche rumgehopst, nach einer Stunde die Räumlichkeiten dann doch lieber verlassen, da wir irgendwann befürchten mussten, irgendeinem Ritual als Hauptdarsteller beiwohnen zu müssen. True? Bestimmt, aber nix für mich!
Es wird also Zeit für einen Trip nach Skandinavien, Heimat des Black Metals. Wer dort wirklich, also so richtig richtig true sein will, der muss seine Musik in einem völlig verkorksten Studio ohne geeignetes Equipment aufnehmen, damit alles nach einer einheitlichen Suppe klingt, ungefähr so. Der Sänger darf nur unverständliches Zeugs kreischen, grunzen ist nicht. Das Bandlogo darf nicht lesbar sein. Man muss Cradle of Filth für ihre Kommerzausschlachtung verfluchen. Ab und zu steht auch ein Trip in den Wald an, in dem man sich in Lederklamotten wirft, ein bisschen schminkt und wie ein Troll durch die Gegend rennt. Man muss mit mindestens einer anderen Black Metal Band verfeindet sein. Und und und. Ich hab da ja mehr drüber gelacht, also kann das auch nicht wirklich true sein – zumindest für mich nicht.
Was also tun? Jetzt kann mir nur noch eine Band helfen, the Godfathers of Trueness, ach was sag ich, die Prototypen, die den Begriff überhaupt erfunden haben: Manowar. Wer Manowar nicht kennt – gibt’s das wirklich? - der muss sich deren Musik wie einen Lückentext oder einen Serienbrief vorstellen, in den zufällige Wörter wie united, steel, warriors, together, metal, fighters und so weiter eingesetzt werden. Jetzt kombiniert man das noch mit einem wahnsinnigen Gepose, ein paar markigen Sprüchen („It's all about the metal fans. United we stand, metal is our way, blablabla“), jede Menge Lederklamotten, und schon hat man die totale Trueness! Doch halt! Manowar auf der Popkomm, zwischen zwei Boygroups? Manowar in einer Pro 7 Soap? Manowar blödeln mit Pocher rum? Sorry Jungs, verkackt, so wird das nix mit true und so. Und ich bin wieder am Anfang meiner Reise.
Glücklicherweise habe ich dann doch noch dieses Video gefunden, das mir die wahre Bedeutung erschlossen hat.
Spaß! Bier! Wunderbar, dann klappts ja doch noch.
Inspiriert durch Lars



Haha, danke für die Erheiterung meines Nachmittags, sehr geil :)
Yeah! Und immer wenn “Hail”, “Sword”, “Steel”, “Kingdom” oder “Fight” im Lied vorkommen, muß man sein Getränk austrinken :-)
Ach ich liebe Manowar… :D
Das Video ist genial – ich glaube – ich gehe am WE mal Wacken machen ;)
Andy oh Gott, wie konnte ich das vergessen!? Natürlich auch “kill” und “die” in Kombination damit: