Foto: EINVOLL
Ich bin ein echt netter Kerl. Man behauptet von mir, ich wäre ein guter Zuhörer, mit mir kann man über alles reden, weil man weiss, ich plaudere es nicht an der nächsten Ecke wieder aus. Ich interessiere mich für meine Mitmenschen und meine Umgebung, ihre Probleme werden zu einem gewissen Teil auch meine, und ich versuche, ihnen dabei zu helfen. Meine Freunde sind meine Freunde, weil ich gut mit ihnen kann, ich sie mag, sie zu einem gewissen Grad auch mich wiedergeben. Mit mir kann man Pferde stehlen, wenn man so will. Ich betrachte das Leben als einen großen Spaß, denn ich habe nur dieses Eine, und das will ausgekostet werden. Respekt vor anderen ist für mich sehr wichtig. Ich lache gerne und häufig. Aus jeder noch so misslichen Lage versuche ich immer noch, das Positive zu sehen, optimistisch zu bleiben.
Ich bin ein Arschloch. Ich bin zerfressen von Neid, Eifersucht, Hass. Freunde wähle ich danach aus, inwiefern sie mir vielleicht mal nützlich sein könnten. Um selber weiter zu kommen, gehe ich über Leichen, mir doch egal, wer dabei auf der Strecke bleibt. Respekt kenne ich nicht, außer vor mir selbst. Wenn die Welt meint, mir Hindernisse in den Weg legen zu müssen, dann agiere ich ganz genauso. Wenn zwei sich streiten, dann lache ich darüber, vor allem, wenn ich den Streit auch noch angezettelt habe. Beziehungen interessieren mich nicht, ich will den schnellen Fick, danach kannst du wieder gehen. Du willst mit mir lieber nichts zu tun haben, es sei denn, du willst auf die Schnauze fallen. Und wenn das passiert, du am Boden liegst, dann trete ich nochmal rein.
Ganz gleich was ich bin, ich bin vor allem eins: ein Mensch. Ich bin nicht die Summe aller Buchstaben, aller Zahlen, aller Zeichen, aller Bilder, aller Videos, die ihr hier seht. Ich bin wie ihr. Genauso wie jeder andere ein Mensch ist. Es ist einfach, gegen einen Text anzukämpfen, diesen durch den Dreck zu ziehen, persönlich anzugreifen, sich genau die Stellen aussuchen, an denen es weh tut. Aber vergesst niemals:
Dahinter sitzt ein Mensch mit Gefühlen.
Wo darf ich unterschreiben?
Diese geilen Zeilen kann ich nur unterschreiben!
Sehr schön geschrieben! ;)
word!
Uiuiui – da wird einem ganz schön melancholisch. Lass Dich ma in den Arm nehmen. Is nicht alles so schwarz/weiss.
Da sehe ich mich doch animiert auch ein paar Gedanken meinerseits hinzuzutragen:
Wie Martin schon andeutete gibt es viele Zwischentöne in diesem Konstrukt Persönlichkeit, auch wenn man oft den Eindruck hat (besonders wenn man sich andere Menschen anschaut) dass dieses ziemlich einseitig angelegt ist. Menschen die man liebt oder aus anderen Gründen verehrt werden leicht als perfekt hochstilisiert, um so schwerer kann es dann werden die Fehler zu verzeihen, die auch solch eine Person sicherlich begeht. Andererseits können auch Menschen von denen man – vielleicht wegen einem schlechten “ersten Eindruck” – nicht sonderlich angetan ist, sich in anderen Situationen als ganz nett herausstellen, und wenn man in solch einem Fall versucht das in ein vorgeformtes Schwarz-Weiß-Schema einzuordnen baut man sich langsam aber sicher ein schiefes Weltbild zusammen.
Ich nehme an, dass du mit deinem Eintrag die Extrema, die im Charakter einer Person vorkommen können, ansprechen wolltest, doch ist es meines Erachtens nach wichtig, nicht zu vergessen dass man meistens in einer mittleren Position dieses Pendels lebt. Es gibt natürlich, vor allem wenn man sich in einem schwierigen, ungewohnten oder auch plötzlich sich ändernden Lebensabschnitt befindet, Zeiten, in denen man selbst diese Extremlagen, oft abrupt wechselnd, sehr viel deutlicher als in “ruhigeren” Momenten spüren kann. Ob man diese dann – quasi kathartisch – auslebt oder durch starkes “Gegenlenken” zu nivellieren versucht ist wahrscheinlich der spezifischen Persönlichkeit und ihrer Sozialisation geschuldet, aber im Endeffekt lässt sich das Leben vielleicht am besten auskosten wenn man diese Extrema nicht zu oft erleben muss. Aber bevor ich jemandem einen Lebensstil aufdrängen möchte frage ich doch lieber nach wie ihr das seht, vielleicht sind euch ja gerade diese Extrema wichtig, um die einem durch die Gesellschaft, die Umgebung oder durch sich selbst auferlegten Grenzen zu erweitern respektive zu überschreiten. Ich kann mir genauso gut vorstellen (bzw. weiß ich das aus eigener Erfahrung) dass es meistens angenehmer ist ohne solche starken Schwankungen durchs Leben zu gehen. Nun muss ich mal zum Punkt kommen, das hier ist schließlich nicht mein Blog :-)
1. zu 2. Absatz 60:40 und man ist schon recht gut dabei, ein netter Mensch zu sein.
Klingt das jetzt zu pessimistisch?
*full ack*.
Zumindst für den letzten Satz.
(den Rest.. ich kenne dich zu wenig, um das zu beurteilen ;) )
groß
Aight!
@HR kommt drauf an. Die Extreme können auch durchaus interessant sein, solange man ihnen nicht ständig ausgesetzt sind. Spontan erinnere mich da an den Film “Teuflisch”, als Brendan Fraser hypersensibel und übernett war – ein Mensch, mit dem ich es wohl keine 10 Minuten aushalten würde. Letztlich macht ja sowas auch einen Teil des Charakters aus, immer nur ein Mittelding dürfte recht schnell langweilig werden. Das kann aber auch nur meine Sichtweise sein.
Zugegeben, ich hatte derartiges nicht im Hinterkopf, als ich das geschrieben habe, da ging es eher um eine andere Geschichte. Aber wenn dir diese Gedanken dazu kommen sind, umso besser!
@Julie das ist weißgott kein Fragebogen, an dem man sich langhangeln sollte ;-)
@JeriC ich bin ein ganz Netter :-)
groß!
no comment
Hey, ich freu mich dass du mein Blutbild verwenden konntest.