So, jetzt haben wir den Salat. Was hab ich gesagt, erst schiebt Vater Staat eine schöne Paranoia und ärgert die bösen Autonomen ein wenig, und die sind jetzt so richtig schön sauer und hauen in Rostock alles kurz und klein. Willkommen bei G8, der Farce-Show der nächsten Woche.
Zugegeben, es sieht ja auch wesentlich cooler aus, wenn man so ein Bild von einem Maskierten hat, wie er gerade einen Brennsatz in Richtung schwer gepanzerte Polizei wirft. Ja, das ist Action, so was hat Deutschland erwartet, so was will es gefälligst auch sehen! Das der politische Horizont dabei nicht zwangsweise auch mit G8 zu tun hat, sprich dass man eigentlich nur ein bisschen rumkrakeelen möchte und G8 dafür ein willkommener Grund ist, darüber kann man ja lässig hinwegsehen, solange die Action stimmt. Dass es dann letztlich auch nur etwa 2.000 Autonome waren, während vorher eine Großdemonstration mit 30.000 Leuten, denen die Demonstration(!) am Herzen lag, stattgefunden hat, pillepalle, damit kann man nix verkaufen. Gewalt ist keine Lösung – sieht aber trotzdem geiler aus.
Die Rechnung kommt natürlich immer am Schluss. Fassen wir also mal kurz zusammen, Rostock liegt in Schutt und Asche, weil ein paar Blödis meinen, dass Demonstrationen eben so aussehen müssen. Die wirklichen Demonstranten dagegen werden nicht mehr ernst genommen, da sie auf die paar Autonome reduziert werden. Der Wolfgang kann jetzt beruhigt schlafen, hat er jetzt doch endlich ein paar richtig gute Gründe für sein Sicherheitspaket – nicht dass er es nicht auch so irgendwie durchgeboxt hätte, aber jetzt gehts vielleicht doch noch ein bisschen schneller. Und die paar Blödis werden schon sehr bald noch ganz viel blöder aus der Wäsche schauen. Die dagegen, die es sich nächste Woche in Heiligendamm für drei Tage gut gehen lassen, ein bisschen palavern und sich freundschaftlich zanken, danach wieder nach Hause fliegen und weitermachen wie bisher, denen gehen solche Aktionen am Allerwertesten vorbei. Ich bin ehrlich, ganz verdenken kann ich es den Steinewerfern nicht, immerhin musste man im Vorfeld sicher einiges von Seiten des Staates ertragen. Aber wenn man einfach mal Eins und Eins zusammenzählt, dann kommt man sehr schnell zum Schluss, dass dieser Steinwurf nach hinten losgeht.
Ach es ist eigentlich so müßig, darüber zu schreiben…