Montag, 19. Februar 2007

Krach, Schepper, Zoink

Vielleicht hatte sie ja doch Recht…

Also meine Mama. Na so ungefähr vor 12 Jahren, als mir ein Kumpel eine Sodom-Platte ausgeliehen hatte, da ungefähr fing ich an, Musik auch auf angemessener Lautstärke zu hören, getreu dem Motto “Krachen muss es!” Also meistens viel zu laut. Konzerte fingen da auch so um die Zeit an, als mein Bruder mich auf ein Konzert von Ozzy Osbourne schleppte und solche Sachen. Da hat meine Mama mich immer ermahnt. “Junge, hör nich’ so laut Musik über Kopphörer!” “Junge, wennde schon zu diese Krachveranstaltungen gehn musst, dann stopp dir wenigstens Ohropax inne Löffel!” “Wennde weiter so machst, dann hörste bald nur noch das Testsignal ausse Flimmerkiste!” Als Rebell musste ich mich dem natürlich widersetzen, und geschadet haben mir die unzähligen Konzerte und die laute Musik bis heute nicht.

Was man von anderen Artgenossen anscheinend nicht behaupten kann. Anders kann ich es mir nicht erklären warum in der Straßenbahn, im Bus, im Zug als erstes das Handy ausgepackt wird und über diese Schepperlautsprecher die neuesten Hits von Britney, Christina & Co abgeleiert werden. Oder isses der Mitteilungstrieb? “Hört her, das ist der neuste Hit von XY, geht sowas von ab!” Oder aber vielleicht das Feeling von früher aufleben lassen? Ihr wisst schon, so mit fettem Ghettoblaster auf der Schulter durch die Hoods ziehen. Heute dann eben in der Miniaturform. Wirkt nur leider scheisse.

Bin ich zu kleinkariert? Ich will doch nix weiter als meine Ruhe, wenn ich mich via öffentlicher Verkehrsmittel von Punkt A nach Punkt B begebe. Stattdessen muss ich mir stumpfsinnige Musik aus Brüllwürfeln geben, ob ich will oder nicht. Dem Gesichtsausdruck der Mitfahrer nach zu urteilen bin ich wohl nicht der einzige der so denkt. Was ist so schwer daran sich ein paar gute Kopfhörer anzuschaffen, um die bevorzugte Musik in einer vernünftigen Quali zu genießen, ohne der Umwelt damit aufn Sack zu gehen? Manchmal verspüre ich ja schon Lust, derlei Handys aus dem Fenster zu pfeffern.

Vielleicht bin ich aber auch einfach generell genervt von öffentlichen Verkehrsmitteln. Und ich hab ja zum Glück meinen eigenen MP3-Player. Mit meiner Lieblingsmusik. Und Kopfhörern.

10 Kommentare

  1. Pablo

    Einfach die Leute darauf ansprechen…
    Da können herrliche Konversationen entstehen. xD

    Meistens ist die Musik dann auch ratz fatz aus…

    Ah ja, per Zufall drauf gestoßen gerade… andyrutledge.com … Zufall? :P

  2. HR

    Welche Kopfhörer benutzt du/ihr denn?
    Ich habe hier einen Sennheiser HD595 (*angeb* ;-)), aber durch die offene Bauweise kann man da im ÖPNV auch nur in mittlerer Lautstärke hören wenn man niemanden an der eigenen Musikgeschmacksrichtung zwangsteilhaben lassen möchte.

    Und mit einem “Miniaturghettoblaster” durch die Hoods zu ziehen wirkt nicht nur scheiße, sondern klingt auch so (mal ganz davon abgesehen, was da abgespielt wird…), da kann ich dir nur vollständig zustimmen.

    Und zu deiner Frage: Es ist einfach teurer: Ein Handy samt integriertem Brüllwürfel bekommt man für einen* Euro, ein MP3-Player der kein elektronisches Hintergrundrauschen fabriziert und ein guter Kopfhörer liegen bei vielleicht jeweils mindestens derer 70.

    *ganzkleinschreib*
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  3. Jeriko

    @Pablo: Hier in Mannheim nicht, das kannste mir glauben ;-) Zum anderen, es ist sicherlich davon inspiriert, aber das könnte man auch über Garrett Dimon behaupten. Also sicher kein Zufall, nein :-)

    @HR: Kosten, yeah, das stimmt allerdings. Wobei Musik bei mir ja ohnehin einen hohen Stellenwert hat, da bin ich auch bereit, bisschen mehr Asche locker zu machen. Und wenn wir eh schon beim rumprollen über Kopfhörer sind… ;-)

  4. Alexander Hahn

    OhOh, öffentliche Verkehrsmittel! argh!
    Da lob ich mir meinen eigenen Wagen mit nem iPod an der Anlage!!! Ansonsten, einfach ansprechen, kann ja nicht sein das jeder Mensch Justin Timberlake mitträllern muss ;-)
    Den Namen mienr Sony in-ear stöpsel habe ich vergessen, waren auf alle Fälle mal teuer, hehe!

  5. Miriam

    Oh ja, das ist echt nervig. Besonders wenn man zwecks Zeitoptimierung die Zugfahrten zum lernen nutzen will – keine Chance bei dämlichem Pop/Hiphop-Zugeschalle. Wenns wenigstens vernünftige Mukke wär…

  6. Alexander Hahn

    Naja, ob HipHop, oder bessergesagt Rap so dämlich ist, wage ich zu bezweifeln!

    Nicht jede Musikrichtung kann eine eigene Kultur aus Tanz, Musik, Kleidung, Kunst vorweisen!

  7. Pablo

    > Nicht jede Musikrichtung kann eine eigene Kultur aus Tanz, Musik, Kleidung, Kunst vorweisen!
    Dafür können viele Musikrichtungen Stil vorweisen. :P

  8. Vera

    Ich stimme dir vollkommen zu das die Mucke, die aus den Handys kommt echt nervig ist. Hier in Berlin bringt es auch nicht wirklcih die Leute drauf anzusprechen. So bleibt mir jeden morgen nichts anderes übrig als mcih damit abzufinden, dass manche Leute meinen sie müssten die Aufmerksamkeit der andreren mit lauter Musik auf sich lenken.
    Kann nur nicht verstehen, das man immer so eine schrecklcihe Prolmucke hören muss…

  9. Malte

    Hey, zur Musike weiß ja jeder was zu sagen :)

    Die Sony Ohrstöpsel hatte ich auch mal, das Kabel hat sich allerdings nach einem warmen Sommer aufgelöst. Nicht gut, 50€ in den Sand gesetzt. Jetzt bin ich stolzer Besitzer von denen und das nette an denen ist, dass man im Winter auch warme Ohren hat :) Wenn ich wieder öfter Bus fahre, werde ich mir aber auch mal ein paar “Ohrpfropfen” holen müssen…

    Zur HipHop Mugge möchte ich mal sagen, ist ja schön und gut, dass die ihre eigene Tanzstile haben (vom Freestyle geklaut und die stylen ja zu Elektro ^^).

    Dass die Leute es als ihre Aufgabe sehen, mit ihrer offensichtlichen Dummheit und ihren Knarren, Karren und Frauen anzugeben (ich finde es auch nicht schön, dass sich das was da in Berlin [Aggro und Konsorten] läuft auch noch HipHop heißt) und einfach tierisch intolerant sind (gut gibts überall aber beim HipHop fällts mir am meisten auf), ist aber glaube ich nicht im Sinne des Erfinders.

    Dass HipHop auch anders kann zeigt Prinz Pi (auch aus Berlin).

    Der Trend hier im Bus ist leider zum Teil auch, sich grausam klingende Lautsprecher in den Rucksack zu stecken und damit dann lautstark “prolligen” HipHop anzudrehen.

    Ne also böse und elektronische Mugge wäre mir da lieber. Aber die Leute machen sowat ja nich ^^

  10. Michel Balzer

    Ich kanns auch nicht leiden, wenn Musik (oder das, was man da heraushören könnte, wenn die Qualität nicht so mies wär) aus Handylautsprechern schallt.

    Hab mich auch schon des öfteren beschwert und mit dem gelegentlichen Besitzen eines Dienstausweis’ der hiesigen ÖPNV-Betrieben machts noch mehr Spaß die Leute anzusprechen.;)
    Handy aus oder aussteigen! Danke. *g*

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