Marions Kochbuch dürfte einigen sicherlich bekannt sein, ist es doch bei der Rezeptsuche stets in den oberen Rängen der Suchmaschinen zu finden. Vor kurzem ist die Website durch mehrere Abmahnungen und die ganzen Wirrungen dahinter aufgefallen.
Bereits im September letzten Jahres hatte Maingold eine Abmahnung erhalten, weil in einem der Bilder ein Rinderbraten gezeigt wurde, der von Marions Kochbuch stammt. Vor kurzem dann eine weitere Abmahnung für Fingerzeig (mittlerweile eingestellt) wegen eines Brötchen-Bilds, was die ganze Sache dann wirklich ins Rollen gebracht hat. Diese zwei sind exemplarisch für eine ganze Reihe weitere Abmahnungen, haben aber das ganze erst gewissermaßen prominent gemacht.
Die ganze Sache um Opfer und Täter möchte ich an dieser Stelle nicht betrachten. Ein Bild ohne Einverständnis des Fotografen zu verwenden stellt eine Urheberrechtsverletzung dar, darüber muss man sich einfach im Klaren sein. Aber gerade die Vermutungen, die von den Abgemahnten (und anderen) angestellt wurden, sind durchaus interessant.
Marions Kochbuch hatte bis vor kurzem noch ein Forum (existiert in dieser Form nicht mehr), in dem man für 3 Euro monatlich seine eigenen Rezepte veröffentlichen bzw. austauschen konnte. Es kam die Vermutung auf, dass die Rezepte einfach ins Kochbuch übernommen wurden, wodurch eine Urheberrechtsverletzung nicht mehr gegeben wäre. Dieser Vorwurf wurde von Folkert Knieper, Webmaster von Marions Kochbuch, entkräftet mit der Begründung, dass sämtliche Rezepte von Marion nachgekocht und neu verfasst wurden – in diesem Zusammenhang wurde ein weiteres Blog abgemahnt (500€). Auch ein Rezepttext an sich hat einen Urheber, es kann also abgemahnt werden.
Ferner gab es auf Marions Kochbuch bis vor kurzem eine Liste mit Websites, die gegenwärtig eine Urheberrechtsverletzung begehen. Diese wurde aber recht argwöhnisch betrachtet, da sie bei genauerem Hinsehen mehr einer Referer-Liste von Websites ähnelte, die ein einfaches Hotlinking auf die Bilder betrieben haben. So fand man unter anderem auch Seiten aus dem Google Index sowie Websites, auf denen keinerlei Bilder zu sehen waren, unter den Urheberrechtsverletzern. Die Liste ist mit Verweis auf www.wunderkessel.de nicht mehr vorhanden.
Es gibt noch weitere Anmerkungen zu dem ganzen Thema, beispielsweise die Diskussion, warum die Abmahnung unbedingt beim Hamburger Amtsgericht, Abteilung 36a bzw 36c verhandelt werden soll. Letztlich habe ich mich allerdings zu spät mit dem ganzen Vorfall beschäftigt, möchte also keine falschen Urteile oder ähnliches anstellen.
Herr Knieper hatte an anderer Stelle angegeben, sich noch nicht wirklich mit Blogs befasst zu haben, umso mehr verwundert ihn die teils starken Reaktionen, die ihn in keinem guten Licht erscheinen lassen. Wie bereits oben beschrieben, über Täter und Opfer erlaube ich mir kein Urteil, andererseits hätte es eine einfache Mail meiner Meinung nach auch durchaus getan. Auch gibt es frei verwendbare Skripte, die Hotlinking ganz einfach unterbinden können. So jedenfalls bekommt Herr Knieper die mittlerweile gar nicht mehr so schwache Präsenz der Blogosphäre deutlich zu spüren. Bereits jetzt findet man unter dem Suchbegriff "Folkert Knieper" bei der deutschen Google-Suche an dritter Position einen Bericht zu der Abmahnungsgeschichte, bei "Marions Kochbuch" an siebter Position. heise online zeigt auch schon Interesse an der Geschichte. Sicher keine gute PR.
Zum Abschluss noch in eigener Sache: Die Abmahnung wegen einer Abbildung eines Brötchens ist in der Tat so mit die albernste seit Menschengedenken. Da kann das Ding noch so professionell ausgeleuchtet sein, noch so schmackhaft aussehen, noch so grandios einzigartig sein, es bleibt nichts weiter als ein lächerliches Brötchen. Man muss nicht in jedem Fall sämtliche einem zur Verfügung stehende Rechtsmittel ausnutzen, es hätte auch alles anders kommen können. Es wird sicherlich nicht zum weiteren Erfolg von Marions Kochbuch beitragen.














foros.de, ein fast 8000 Mitglieder starkes Fußball-Forum, hatte auch ein Problem mit Marions-Kochbuch. Nach einigen Diskussionsrunden ist man jedoch hier angelangt. Die Community hat sich sofort bereiterklärt, ggf. zu spenden. Glück für foros.de, dass eine so große Community dahintersteht. Bei einem Blog gestaltet sich das ja weitaus schwieriger. Interessant fand ich dieses Interview. Das Kochbuch war/ist so lukrativ, dass die Familie da mittlerweile von leben kann?! Durch Google-Werbung? Wers glaubt…