Donnerstag, 11. Januar 2007

Gedanken zu Microsoft Expression

Wenn Microsoft‘s Expression Web Designer Websites wirklich mit standardkonformen XHTML 1.0 Transitional sowie CSS in allen Versionen bastelt…

…dann kann man die doch gar nicht im Internet Explorer anschauen…

11 Kommentare

  1. Frank

    Meine Gedanken in deinem Beitrag.
    Da bin ich ja mal gespannt, wie das funktionieren soll, die Vorschau wird doch aus dem IE erzeugt.

  2. Jeriko

    Die Antwort darauf gibt Microsoft ja selber, siehe hier:

    Konfigurieren Sie flexible Schemaeinstellungen, um alle Kombinationen von [...] zusätzlich zu browserspezifischen Schemas zu unterstützen.

    Ist natürlich nur eine nette Umschreibung für “Unser hauseigener Browser hats nicht so mit standardkonform, da tricksen wir dann ein bisschen…” ;-)

  3. Michel Balzer

    Ich könnte mir eher vorstellen, dass der eigentliche Code für den IE ist und dann für die anderen optimiert wird. In der Hilfe wird es wahrscheinlich auch so beschrieben, dass es die anderen Browser falsch darstellen. Nur keine Kritik am eigenen Produkt ;)

  4. ITSMUENCHEN

    Netter Hinweis eines Linux Fanatikers.

    Klingt danach, dass ein Linux und Opensource Fanatiker ein Programm mal gestartet hat, ohne zu wissen, was er tut.

    Um nur eins von hundert Beispielen zu nennen: Mich hätte interessiert, inwieweit die Integration von Datenbanken verbessert wurde und ob ASP 3.0 bereits unterstützt wird.

    Ich weiss, dass ist ein schwieriges Thema. WYSIWYG Editore mit (bspw.)intelligenter Datenbankintegration in Webseiten, wie Dreamweaver oder auch Frontpage, waren ja 1/2 Jahrzehnt für den Indianer (Apache) und der Krampf-Datenbank mySQL gar nicht zu haben.

    Bereits 1998 der IIS 2.0 hatte ein intelligentes Session-Handling, konnte Datenbankverbindungen synchron halten, Session-Zeiger halten, usw.

    Über all das könnte man ein Buch schreiben. Immer dann, wenn es um Web-”Anwendungen” ging, hing und hängt die opensource-Gemeinde 1/2 Jahrzehnt zurück.

    Ich kann auch dieses Gelabere um “Standards” nicht mehr hören. Ähnliches gab es schon vor Jahren als Netscape noch einen Marktanteil bei den Browsern hatte. Wer damals auf den API und Objektmodellen der Browser programmierte, weiß, dass der Netscape Navigator eine Mickey-Mouse Lösung im Vergleich zum MSIE war. Dies ist heute beim FireFox auch nicht wesentlich besser.

    Und auch damals schrie man nach “Standards”.

    Standards stehen nicht auf dem Papier, sondern werden Standards, weil sie von der Masse eingesetzt werden.

    IBM hat vor 23 Jahren (1984!) ihre mächtigen Standards simplifiziert, um so vielleicht eine Marktdurchdringung zu erreichen. Einer dieser “simple” Standard ist SMTP.

    UMGESETZT und eingeführt wurde (in kommerziellen Umgebungen) SMTP dann von MS. Viele netzweite, synchrone (!) Protokolle wie MAPI, TAPI, SAPI wurden dann Anfang der 90er von Microsoft ergänzt (zusammen mit IBM, HP, Digital und vielen anderen). Auch der Multiprotollstack (IP, IPX, NetBIOS/SMTB) wurde zuerst von MS implementiert.

    Und jetzt soll das hinterherhinken der opensource-Gemeinde das W3C richten ….

    85-90% aller Zugriffe auf kommerzielle Websites erfolgen in Deutschland mit einem MSIE, basta. Beim Rest ist nur Firefox mit einem Anteil von knapp 7% noch wichtig.

    Wer genug Kraft, Zeit und vor allem GELD hat, kann sich ja gern auf diesen 7% Markt konzentrieren.

    Fakt ist, dass kommerzielle, webgestützte Anwendungsserver (also Webserver, die nicht nur Bilderchen anzeigen) im Grunde nur bei IBM und MS zu haben sind. Für die kleinen, privaten Seiten bleibt dann gern Apache …

    Fakt ist auch, dass der kommerzielle Betrieb einer LINUX Plattform wesentlich teurer ist, als dies mit Windows zu tun. Einer der wichtigsten Gründe, warum sich Linux am Arbeitsplatz in den letzten 10 Jahren nicht durchgesetzt hat. Immer wieder gern lese ich Nachrichten wie “Linux wächst gewaltig … jetzt 2% Marktanteil auf den Arbeitsplätzen” … allein, mir fehlt der Glaube.

    Wir jedenfalls werden uns nun das neue MS Tool einmal intensiv ansehen und schauen, ob es eine Alternative zu Dreamweaver ist.

    Übrigens schreibt hier kein MS Fanatiker, sondern jemand aus der Praxis grosser Webprojekte der letzten 10 Jahre.

    Glück auf!

  5. Jeriko

    Standards stehen nicht auf dem Papier, sondern werden Standards weil sie von der Masse eingesetzt werden.

    Nicht dein Ernst, oder? Na schön, dann können wir das W3C ja komplett über Bord kippen, jeder kocht wieder sein eigenes Süppchen und am besten teilen wir das Internet noch in mehrere Bereiche auf, damit jeder seinen eigenen Spielplatz hat. Denn (X)HTML steht ja nur auf dem Papier, das braucht ja niemand.

    Okay mal Tacheles, ich persönlich sehe es mit Webstandards auch nicht so dermaßen eng, auch ich bin bereit, Validität zugunsten von gleichbleibender Optik auf möglichst vielen Ausgabemedien zu opfern, oder um das Kind beim Namen zu nennen: Damit auch der Internet Explorer bis Version 6 eine vernünftige Darstellung liefert, denn ja, Internet Explorer ist und bleibt Marktführer. Aber deswegen zu akzeptieren, dass Microsoft seine Marotten durchzieht, dazu bin ich nicht im geringsten bereit.

    Und vergessen wir mal nicht, dass Microsoft das Internet erst aufgerollt hat, als es eigentlich schon längst zu spät war, anders wäre der Erfolg von Netscape auch gar nicht zustande gekommen. Tonangebend waren die Jungs aus Redmond da nicht, die Marktmacht kam eher durch die Faulheit der Benutzer zustande (“Wozu was anderes? Ich hab doch schon ‘nen Browser…”). Insofern hinken deine Vergleiche mit SMTP ein wenig, denn mit dem Internet hatte MS erstmal überhaupt nichts zu tun.

    Netter Hinweis eines Linux Fanatikers

    Oh ja, das ist natürlich immer das einfachste. Der doofe Sack basht Microsoft, der mussn Linux-Troll sein. Klar. Im Gegenzug lade ich dich einfach ein, hier im Blog ein bisschen zu stöbern: Du wirst zum einen merken, dass mir Linux zwar sehr wohl liegt, ich deswegen aber nicht fanatisch bin oder ähnliches. Und auch dass ich eine recht liberale Einstellung zu Webstandards habe und nicht nach dem Motto “Validität, koste es was es wolle!” handle.

  6. Reinard Schmitz

    Selbst wenn etwas Standard wäre, müsste es nicht gut oder gar die beste Lösung sein. Marktmacht hat Kreativität stets eher behindert. Und wer nur der Markmacht nachrennt und das _weiss_ – der ist Opportunist und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, einer zu sein – oder?

    Und wer andere “Trolle” nennt, nur weil sie nach (evtl. besseren) Alternativen suchen, nun: Was kommt _nach_ Troll?

    Schöners Wochenende.

  7. Reinard Schmitz

    Ach ja, ganz vergessen: Die Diskussion ging von M$ Expression aus. Da hat die Firma inhaltlich wie werbemässig weniger als eine glatte Bauchlandung hingelegt. Es eine Frechheit zu nennen wäre eher angebracht. Da verbietet sich jede Verteidigungsrede…

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