Samstag, 18. November 2006

StudiVZ: Entschuldigungen, Informationen, großes Interesse, Verkauf

Eine kleine Wende in der unendlichen (Grusel-)Geschichte um StudiVZ: Ehssan Dariani hat im Blog endlich Stellung zu all der Kritik genommen (Völkischer Beobachter, Fehler und Verantwortung, Infos zur Finanzierung, Infos zum Datenschutz). Die Beiträge zeigen, dass man die Blogs durchaus aufmerksam liest, jedenfalls ist mir kein Punkt aufgefallen, der nicht zumindest angesprochen wurde. Es ist Herrn Dariani durchaus positiv anzurechnen, endlich mal mit offenen Karten zu spielen. Auch dass das Blog endlich mal sinnvoll eingesetzt wird kann sicherlich nicht schaden.

Dieser Schritt musste allerdings zwangsläufig kommen, nachdem mittlerweile auch die großen Online-Publikationen das Thema aufgegriffen haben. Heise und die Welt haben ihre Artikel ja schon länger online, neu hinzugekommen ist eine Zusammenfassung der Ereignisse von Spiegel Online – und damit dürfte dann auch endlich die breite Masse erreicht sein. Ich persönliche begrüße diese Entwicklung; es liegt mir fern, StudiVZ schaden zu wollen, aber nur die wenigsten der Mitglieder dürften über die Sachlage informiert sein. Und es ist nun mal ihr gutes Recht, zu erfahren, dass hinter den Kulissen vielleicht doch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Wirklich spannend wirds aber erst jetzt: Don Alphonso will erfahren haben, dass Herr Dariani samt Anhang in den USA waren und dort mit der Konkurrenz Facebook über eine Kaufoption geredet haben. Quellen werden keine genannt, aber ich zweifel daran ehrlich gesagt nicht. Durch die frappierende Ähnlichkeit, angefangen beim Design bis hin zur Funktionalität gibt es nur winzige Unterschiede, so dass eine Übernahme durch Facebook mit geringem Aufwand zu bewerkstelligen wäre. Und ich bleibe immer noch auf dem Standpunkt, dass das Samwer-Modell dahinter steckt. Herr Dariani dürfte sich also demnächst über einen vermutlich zweistelligen Millionenbeitrag freuen.

Sollte sich das mit dem Verkauf übrigens bewahrheiten, dann gute Nacht Datenschutz. Behält sich StudiVZ noch gerade mal das Recht vor, ihre Datenschutzbestimmungen jederzeit ändern zu dürfen, geht Facebook da schon ganz anders ran:

Facebook may also collect information about you from other sources, such as newspapers, blogs, instant messaging services, and other users of the Facebook service through the operation of the service (e.g., photo tags) in order to provide you with more useful information and a more personalized experience.

By using Facebook, you are consenting to have your personal data transferred to and processed in the United States.Facebook | Privacy Policy

Klartext: Facebook sucht über die Profile ihrer Mitglieder ganz gezielt bei anderen Quellen nach Informationen über die Person, nutzt die Daten also aktiv weiter. Ich kenne die Rechtslage dazu in Deutschland nicht, kann mir aber kaum vorstellen, dass dies rechtens ist. Der letzte Satz kann ebenfalls auf verschiedene Weisen gedeutet werden – die Regierung der USA hats bei Google ja auch schon probiert

Es bleibt spannend, so viel ist mal klar.

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