Apple (X) bzw. deren Produkte (Y) bzw. deren fast schon fanatischen Anhänger (Z) sind ja ein ganz besonderes Klientel. Z neigt dazu, X bzw. Y mit Lobhudeleien zu überhäufen, und sieht dabei schonmal gerne darüber hinweg, dass einiges vielleicht doch nicht so der Bringer ist. Z ist fürderhin meist auch ein Gegner von Microsoft bzw. deren Produkten. Da wird gemopst wo es nur geht, und bei der Konkurrenz aus Redmond fehlt es ja vor allem an eigenen Innovationen. Ist doch klar wie Kloßbrühe.
Tja, wenn man aber nun Firma X ist, die den Ruf weg hat, ständig mit Innovationen aufzutreten, dann wird es mit der Zeit ganz schön schwierig, noch etwas neues zu finden. Das meiner Meinung nach beste Beispiel von der letzten WWDC ist Time Machine. Eine Backuplösung. Ganz großes Tennis. Aber gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein, wollen doch mal sehen, was das Ding so drauf hat.
Aha, also es kann jede Datei von jedem beliebigen Zeitpunkt seit Anbeginn des Backups wieder herstellen. Wahnsinn! Das ist ja unglau... halt moment, nennt man sowas nicht inkrementelles Backup*? Gibts das nicht schon seit Jahren? Na, ich muss mich wohl täuschen. Tausende Z's können nicht irren, wenn sie Time Machine bejubeln.
Okay, also wenn die Technik schon bekannt ist, wie siehts dann mit dem Interface aus? Apple ist doch berühmt dafür, auch Innovationen im Bereich der Usability vorzubringen - Exposé möchte ich zum Beispiel auf meinem Gnome-Desktop nicht mehr missen.
Das soll es also sein? Ganz ehrlich, wenn jetzt noch irgendwer kommt, und behauptet, Mac OS X hätte ein professionelles Aussehen, den lache ich aus. Was haben die Designer denn da bitte verbrochen? Irgendwie erinnert mich das ganze an irgendwelche Planetariumssoftware aus den frühen 90ern. Ob das dann auch sonderlich benutzerfreundlich sein soll, ich weiss nicht so recht... Aber darüber wird Z vermutlich auch hinweg sehen. Es passt ja in die Inkosistenz der gesamten Oberfläche von Leopard.
Ach, hier übrigens noch ein Screenshot
Nein, das ist nicht Time Machine. Das ist nicht mal Mac OS X. Das ist die böse böse Konkurrenz aus Redmond. Für ihre Art der Darstellung der gerade geöffneten Programme kamen aus Z's Lager nur hämische Bemerkungen. Ist ja auch klar, Microsoft ist evil. Wenn Apple genau diesselbe Darstellung benutzt, ist es dagegen genial. Jetzt bleibt wohl nur noch zu klären, wer hier bei wem abgeschaut hat - aber selbst das dürfte Z herzlich egal sein.
Man mag mich nicht falsch verstehen, ich habe eigentlich nix gegen Apple - na, vielleicht doch ein bisschen. Mir geht einfach dieser Hype um jede Kleinigkeit gehörig auf die Nerven. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass Apple der ganz große Wurf ist. Time Machine ist nichts weiter als eine Backuplösung mit einem hässlichen und vermutlich unbrauchbaren Interface, und dennoch wird es gefeiert als wäre es das Größte seit Jahren. Vista's Aero-Oberfläche ist hässlich, ja. Vista hat exorbitante Systemanforderungen, ja. Aber nur weil der Rest schlecht ist, heisst das nicht automatisch, dass die eigenen Dinge gut sind. Ein bisschen mehr Objektivität von Z wäre durchaus wünschenswert.
* Inkrementell = Es werden nur die Differenzen zur Originaldatei gespeichert, so dass sich selbige für einen bestimmten Zeitpunkt rekonstruieren lässt.














Jetzt wo ich das seh, hat Apple bei der Optik »verkackt«. :)
Die Frage ist, wer braucht das ?
Die meisten Systeme kolabieren bei diesen Resourcenfresser.
Ich hatte mal eine zeitlang “FlyakiteOSX v3.0″ auf meinen Rechner
(http://www.blog.mactv24.de/2006/01/20/flyakiteosx-v30/) der ist nicht gerade langsam, aber nach zwei Wochen gibt mir der Geschwindigkeitsverlust
ziemlich auf den Nerv…