Produkttests haftet ja meistens der Makel an, dass nur brandneue Sachen ausprobiert werden, und diese dann auch nur für einen gewissen Zeitraum, bevor man sie zu den Akten legt und zum nächsten Test über geht. Dabei kommen all die kleinen Schmankerl, Fehler und wasweissichnochalles erst bei Dauerbenutzung wirklich zu Tage. "Mensch Jeriko", hab ich mir da gedacht, "da haste doch so ein schniekes Notebook, und das schon seit 8 Monaten. Schreib doch nochmal was drüber!"
Also erst einmal die obligatorische Zusammenfassung für all die, die keine Lust haben, lange Texte zu lesen. Und da ein Bild ja bekanntlich mehr als tausend Worte aussagt:
Jesses, wo soll ich denn anfangen? Na vielleicht am besten bei den Sachen, die mir gefallen haben:
- Die Webcam. Hat mir einen weiteren Kauf gespart und ein paar lustige Stunden mit Skype beschert. Blöderweise haben meine Freunde keine Webcam, so dass ich meistens Alleinunterhalter spielen durfte.
- Am Display gibts auch nix auszusetzen. Sicher, mit diesen Spiegeldingern muss man sich erstmal anfreunden, dafür erfreuen sie einen dann mit einem schönen Kontrast und guten Farben und so.
Ja, ähm, also ich glaube das wars.
Wenns dann um die schlechten Dinge geht sollte ich vielleicht gaaanz weit ausholen. Bei der von mir ordnungsgemäßen Verkabelung des Notebooks mit allen externen Komponenten hat es mir erst mal meinen schönen Dolby Digital Receiver zerlegt. Was auch immer da aus dem S/PDIF Ausgang rausgekommen war, es war 1) kein digitales Signal und 2) ziemlich tödlich. Konnte damals natürlich nicht nachweisen dass dieses Mistding dran schuld war, also auch nix mit Kostenerstattung seitens Asus.
Nach einer dreiwöchigen Reparaturodyssee wars dann endlich da und ich konnte endlich mal damit arbeiten und so. Und mit der Zeit fallen einem dann mehr und mehr Sachen auf, zum Beispiel...
... der Lüfter. Also, ähm, ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber Centrino Notebooks sind doch nicht nur für ihre Leistung berühmt geworden, sondern auch für ihren geringen Stromverbrauch -> geringe Abwärme -> Laufruhe. Irgendwie müssen das die Leute bei Asus verpennt haben als man ihnen das erzählte. Es reicht schon aus sich im Bios zu befinden, spätestens nach einer halben Minute springt der Lüfter an weil schon 42°C erreicht sind, die Idle-Temperatur pendelt sich dann irgendwo zwischen 65°C und 70°C ein. Kühlung? Blödsinn, braucht doch keiner!
... die Festplatte. 80 Gigabyte sind ja eine feine Sache, aber mit so einer Krücke unter der Haube kriegt man echt nix gebacken. Rödelt immer fröhlich vor sich hin, macht dabei aber gar nix. Naja, fast. Dass sie doch etwas macht, merkt man spätestens daran, dass sich die Tastatur schön aufheizt, weil die Platte ja so fröhlich vor sich hinrödelt. Auch hier müssen die netten Menschen bei Asus irgendwas verschlafen haben; hallo, wenns euch schon scheissegal ist dass eure Kühlung für den Allerwertesten ist, dann könnt ihr auch direkt eine schnellere Platte einbauen!
... und natürlich der Brenner! Wobei, halt, das ist die falsche Bezeichnung. Nero hat mir zwar immer schön brav mitgeteilt, dass ja auch alles ganz toll gebrannt wurde, am Ende waren aber sämtliche Rohlinge, die das Innere des Laufwerks sehen durften, hinüber. Alle. Das mit dem Lesen war auch immer so eine Sache - in den meisten Fällen hats sich dann einfach auf stur gestellt und gar nix gemacht. Meistens hat es geholfen, den Tray so hart reinzurammen dass sich das Notebook gleich noch ein paar Zentimeter mitbewegt. Das dann aber auch nur bei DVDs, wenns eine CD nicht haben wollte, dann blieb das auch so. Also liebe Mitarbeiter von TSST, dieses Teil könnt ihr euch wirklich wohin schieben.
... und dann sind da noch die ganzen Kleinigkeiten. Zum Beispiel die Tasten vom Trackpad, die einen winzigen Spalt haben, der aber wunderbar ausreicht, damit irgendwelche Krümel drunter gelangen und sich die Tasten nur noch mit Müh und Not betätigen lassen. Der WLAN-Adapter, der sich partout nicht mit schnellen 54mbit Netzen verbinden wollte und auch sonst in der Leistung ziemlich schwach war. Die Akkuleistung, die nichtmal ausreicht um vier Simpsons Folgen zu gucken (für Nichtgeschädigte: das sind 88 Minuten). Die Windows-Installation, die satte 5 Minuten braucht bis sie mal hochgefahren ist, und die sich natürlich exakt genauso auf der Recovery CD befindet. Und so weiter und so weiter.
Na gut, alles egal. Mittlerweile habe ich eine schöne Denkmatte von der Arbeit und einen ordentlichen Rechner - der übrigens leiser ist! - so dass das Notebook den Platz bekommt, den es wirklich verdient hat.
In einem Karton in der Abstellkammer.